Melgaco/POR, Europameisterschaften

24.07.2025 – XCC

14. Rang Elite (2. Rang U23)

Wir U23-Athletinnen mussten in diesem Rennen mit der Elie starten, denn es wurde nur ein Elite-Titel vergeben. Logisch war dies schade. Doch ich habe es als Chance gesehen vieles zu lernen. Der Start war weniger hektisch als in den U23-Weltcups. Meine Taktik war, schnell Positionen gut zu machen, denn ich musste in der 3. Reihe (also weit hinten) starten. Am Start war ich dann aber etwas eingeklemmt und konnte nicht wie geplant weit vorne in die Abfahrt gehen. Es war extrem staubig und ich habe nichts gesehen. Ich hatte keine Ahnung, ob eine Wurzel oder ein Stein zum Vorschein kam. Also bin ich einfach gefahren und habe versucht nicht zu überlegen. Nach der Startphase hatte ich meinen Rhythmus gefunden und konnte immer mehr Fahrerinnen überholen, die zu schnell gestartet waren. Nach der Hälfte des Rennens fühlte ich mich immer noch gut und konnte vor allem in den Abfahrten immer wieder eine Gruppe weiter nach vorne gehen. In der letzten Runde habe ich knapp den Anschluss zur Gruppe um die Top10 verpasst. Den Schlusssprint habe ich leider verloren und wurde 14. Mit einem Top15 im ersten Elite XCC bin ich sehr zufrieden, vor allem auch weil ich zweite in der U23 Kategorie war.

27.07.2025 – XCO

2. Rang U23

Die Strecke hatte mir schon die ganze Woche im Training sehr viel Spass gemacht und ich wusste, dass sie mir sehr liegt. Sie war technisch, es ging immer auf und ab, aber nur kurze und heftige Anstiege, bei denen ich meine Power voll einsetzen konnte. Der Start war sehr gut und ich konnte mich direkt hinter der Favoritin Valentina Corvi (ITA) einreihen. Um diesen Platz musste ich kämpfen, denn es wussten natürlich alle, dass dies das beste Hinterrad war. Das Tempo war hoch, die Sonne brannte vom Himmel und das machte alles noch perfekter. Es war heiss und trocken und wegen dem vielen Sand war es schwierig zu Fahren. Schon nach einer halben Runde waren nur noch die Italienerin und ich zuvorderst und wir hatten schon einen ziemlichen Vorsprung. Es war sehr anstrengend, doch ich versuchte mein Gehirn auszuschalten und einfach so lange wie möglich an ihrem Hinterrad zu bleiben. Denn ich wusste, dies war meine einzige Chance für eine Medaille oder gar den Titel. Ich musste warten bis sie einen Fehler machte und dann würde ich angreifen. Doch wir machten ein gutes Rennen. Ich konnte meine Linie immer sauber fahren und mich in Downhill gut erholen. Es hat mir Spass gemacht mit ihr zu fahren, denn unsere Stärken und Schwächen waren ziemlich ähnlich und auch unser gesamter Fahrstil. Sie versuchte immer wieder mich in den giftigen Anstiegen abzuschütteln, doch es gelang ihr nicht und ich habe keine Schwäche gezeigt. In der letzten halben Runde hat sie beim letzten Aufstieg einen Angriff gestartet, bei dem ich dann aber absolut keine Chance mehr hatte. Ich versuchte Stand zu halten und in der Abfahrt kam ich wieder etwas näher. Doch dann war da schon der nächste Uphill und ich habe den Anschluss definitiv verloren. Somit wurde ich Zweite!

Mit so einer Leistung hätte ich nie im Leben gerechnet! Damit habe ich meine Erwartungen selbst übertroffen und bin sehr stolz auf mich. Ich hatte schon länger kein Rennen mehr, bei dem ich so eine starke Leistung gezeigt habe...sowohl physisch als auch psychisch.

Anina Hutter, 12.08.2025